Auch Männer können eine „weibliche“ Brust entwickeln. Dieses Thema ist für viele von ihnen tabu. Aus Schamgefühl vermeiden sie sie nicht nur den Weg zum Arzt, sondern auch zunehmend soziale Kontakte. Neben der physiologischen (natürlichen) Gynäkomastie gibt es auch die pathologische Gynäkomastie.

Die Gynäkomastie ist eine beidseitige Vergrößerung der männlichen Brust, entweder durch Zunahme der Brustdrüse oder des Fettanteils

Die physiologische Gynäkomastie stellt einen Teil der männlichen Entwicklung dar. Sie tritt in folgenden Lebensphasen auf: im Säuglingsalter, in der Pubertät und im zunehmenden Alter. Ursache ist jeweils eine hormonelle Umstellung, die zu einer vorübergehenden Schwellung des subkutan liegenden Drüsenkörpers führt. Auch die sogenannte „Pseudogynäkomastie“ zählt zu den physiologisch auftretenden Formen. Dabei kommt es zu vermehrter Fettablagerung in beiden männlichen Brüsten, welche diese dann weiblich erscheinen lassen.

Die physiologische Gynäkomastie muss von der pathologischen klar differenziert werden!

Wodurch kennzeichnet sich die pathologisch vergrößerte, männliche Brust? Sie tritt fast ausschließlich einseitig auf und kann mit mehr oder weniger starken Schmerzen verbunden sein. Hilfreich bei der Diagnostik ist nicht nur der körperliche Befund, sondern auch die Ultraschalluntersuchung und eventuell eine Blutabnahme zur Bestimmung verschiedener Parameter.

Welche Erkrankungen können zu einer pathologischen Brustvergrößerung beim Mann führen?

In erster Linie führen hormonelle Dysbalancen im Rahmen chronischer Erkrankungen zum Bild der einseitigen Gynäkomastie (Erkrankungen der Niere, der Leber und chronicher Alkoholkonsum). Weitere Ursachen sind hormonproduzierende Tumore (z.B. Hodenkrebs) und die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente (wasserlösende Medikamente, Herzmedikamente, etc…).

Die Pseudogynäkomastie ist die häufigste Form und kann mittels einer ausführlichen Anamnese und einer Ultraschall-Untersuchung schnell festgestellt werden

Sollte eine beidseitige, durch Fettablagerung im Rahmen einer Adipositas verursachte Gynäkomastie vorliegen, ist die Fettabsaugung erste Therapiewahl. Mit Hilfe der klassischen Fettabsaugung wird der Fettüberschuss in beiden Brüsten zunächst mit einer Infiltrationslösung behandelt (Tumeneszenz) und anschließend mit entsprechenden Kanülen abgesaugt. Dafür sind nur kleine Einstichstellen auf jeder Seite notwendig. Der Eingriff dauert im Durchschnitt 45 Minuten und wird in Vollnarkose durchgeführt.

Muskelkaterartige Schmerzen nach der Absaugung sind normal – Sportkarenz für 3 bis maximal 4 Wochen

Das fächerförmige Absaugen des Fettgewebes führt zu einer relativ großen, inneren Wundfläche. Dazu kommt eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwellung aufgrund der Gewebemanipulation. Das verursacht postoperative Schmerzen, die einem starken Muskelkater ähneln. Für zwei Wochen soll ein Brustgurt getragen werden, der eine moderate Kompression ausübt. Das verleiht ein Gefühl der Festigkeit und Stabilität. Auf Sport soll bis zu vier Wochen verzichtet werden.

(c) istockphoto.com – Birkholz

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